… the ugly…

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Ach die Verwaltung

September 3rd, 2010

Schon wieder Neuigkeiten aus dem scheinbar Endlos-Drama zwischen der Stadtverwaltung Würzburg und den Betreibern der Posthallen: mainpost.de

Interessant finde ich die Feststellung von Frau Dr. Hülya Bandak (neue Chefin der Bauaufsicht), dass  für Besucher der Posthallen Gefahr für Leib und Leben bestehen würde.

Bei so einer drastischen Aussage stellt sich mir dann schon die Frage warum es dann durch den Bereich Allgemeine Bürgerdienste überhaupt zu Genehmigungen kam…  Sollte diese “Gefahr für Leib und Leben” tatsächlich so groß sein, müsste da eigentlich jemand seinen Hut nehmen… Keine Angst Herr Hoffmann, ich will ihren Kopf gar nicht rollen sehen (auch wenn mich ihr Fachbereich durchaus etwas geärgert hat die letzten Monate). Die Tatsache, dass es in 3 Jahren Betrieb keine Zwischenfälle gab, die durch auf dem Papier vorhandenen Mängel begünstigt worden wären, spricht ja auch für sich. Und eigentlich auch für eine sorgfältige und realistische Einschätzung abseits von Paragraphen.

Das Thema Brandschutz amüsiert mich sowieso. Bühnenmaterialien sind normalerweise feuerfest und bei Geräten wo es kritisch werden könnte ist normalerweise auch immer ein Feuerlöscher vorhanden. Also wenn nicht gerade Rammsteins Benzinkanister explodiert sollte eigentlich nix passieren… Die größte Brandgefahr ist eigentlich der Gast… Tonnenweise Haarspray oder Aftershave; leicht entflammbare Kleidung; Feuerzeuge und (verbotene) Zigaretten; aber da kann man ja nix gegen machen…

Naja mal schauen wie lang das jetzt dauert bis der Umbau abgeschlossen ist… und ob dann vielleicht doch noch irgendwelche Stolpersteine kommen…

Den egal wie wichtige Sicherheitsstandards sind, das Vorgehen der Stadt wirkt auf mich entweder böswillig oder recht stümperhaft…

Das in den Kellern von Standard und Pleicher Hof seit Montag Stille eingekehrt ist, weis ja inzwischen eigentlich schon jeder…

Das sich ein Sturm der Entrüstung im Gästebuch der Homepage der Stadt Würzbur entlädt vielleicht ja auch… Wer sich das noch nicht angeschaut hat, sollte es nachholen… es ist schon recht imposant.. zum Teil zwar zugegebenermaßen auch unsachlich, aber imposant… Nicht imposant ist bisher der Umgang der Stadt mit diesen Postings, da konkrete Antworten an die Nutzer der Seite nach wie vor auf sich warten lassen… ebenso wie Stellungnahmen (bisher ganze 2) die über Floskeln hinausgehen…. Dort wurden auch schon einige Theorien gesponnen was denn wirklich hinter der Maßnahme des Fachbereichs Allgemeine Bürgerdienste steht:

So mancher sieht ein “Discomafia” am Werk, die Konkurrenz loswerden will… halte ich insofern für ein kleines bißchen abwegig, da sich das Publikum im Pleicher Hof nur relativ gering mit dem Publikum der “Discomafia”-Veranstaltungsorte überschneidet… und auch wenn jetzt heimatlos geworden, wohl eher nicht dorthin ausweichen wird…

Andere Vermuten gelangweilte aber übereifrige Nachtportiers benachbarter Hotels oder in der Nähe wohnende BIWA-Aktivisten als treibende Kräfte…

Oder ist es tatsächlich nur der nicht zu unterdrückende Wunsch nach Recht und Ordnung zu streben, der den Deutschen ja so gerne nachgesagt wird…

Möchte zwar jetzt nicht behaupten, ich würde die tieferen Beweggründe der Stadverwaltung kennen, jedoch erscheint mir letzteres als eher unwahrscheinlich. Den Pleicher Hof gibt es in seiner jetzigen Form seit 5 Jahren. Es erscheint mir doch sehr unwahrscheinlich, dass niemand in der Verwaltung bis vor wenigen Monaten bemerkt haben will, was in dieser Lokalität “vor sich geht”.

Also bleibt nach wie vor die Frage: Warum gerade jetzt? Man hätte wahrscheinlich einfach nur die Auswirkungen des Rauchverbots abwarten müssen…

Ich könnte mir vorstellen, dass es so manchem Menschen in der Stadverwaltung gar nicht so gut gefallen hat, dass sie sich nicht mit der Einführung einer Sperrstunde bei einflussreichen Persönlichkeiten beliebt machen konnten… Vielleicht ist das ja jetzt ein Versuch sich bei diesen anzubiedern… “Schaut her, wir machen was für euch!”

Oder war es gar keine Eigeninitiative und der Druck auf die Verwaltung etwas gegen diese ständigen Unruheherde zu unternehmen ist so groß geworden, dass jedes Mittel recht war den vermeintlichen Lärm im Keim zu ersticken…

Oder vielleicht haben ja Unfälle mit Personenschaden in den letzten Wochen in diesen beiden Lokalitäten die Verwaltung dazu bewogen zum Schutz der Bürger einzugreifen; Nee stop… kann jetzt nicht fürs Standard sprechen aber der einzige der sich die letzten Wochen im Pleicher verletzt hat war wohl ich… aber auch nur weil ich dann doch ein bißchen zu tollpatschig bin um nicht jedesmal wieder gegen irgendwelche Tische zu laufen…und ich sagte tollpatschig nicht betrunken ;-)

Die Lärmbelästigung durch Musik aus dem Keller oder auch die hohe Lautstärke im Keller können es auch nicht gewesen sein… Ein Limiter verrichtet dort schon seit längerem sein lärmbegrenzenden Dienste… Die Beschwerden man sei zu leise kamen von Gästen deutlich häufiger als man sei zu laut… an eine zu Zu-Laut-Beschwerde kann ich mich schon fast nicht mehr erinnern. Aber davon hätte man sich vielleicht mal persönlich überzeugen müssen… Auch Polizeiwagen die vor dem Haus halten, ihre Fenster runterkurbeln und dann wieder weiterfahren halte ich da nicht für verlässliche Informanten…  Aber scheinbar befanden es die Ordnungshüter nicht nötig einzugreifen… Was gegen eine exorbitante Lärmentwicklung durch den Pleicher Hof spricht… Interessanterweise kamen diese Streifenfahrten meist nachdem ein größere Gruppe Mernschen den Pleicher Hof auf ihren Weg vom oder zum Eck Zauberberg/Boot passiert hatte… Zufall… Wohl eher nicht… Dem Pleicher Hof ist es, wider meines persönlichen Erwartens, erstaunlich gut gelungen seine Gäste zu disziplinieren, bzw. potentielle Störenfriede des Platzes zu verweisen… Und dafür brauchte es nicht mal hochbezahlte Profisecurities in gelben Westen, sondern einfach nur engagierte Gäste und pflichtbewußtes Personal mit einem guten Händchen für die menschlichen Befindlichkeiten… Die sind dann übrigens nicht mehr da, wenn alkoholgeplagte Nachtschwärmer künftig ihre Zwischenstopps einlegen um entweder auf den Treppen zu verweilen oder die Beete des Maritim zu düngen… Oder frühs um 5 den Gehsteig zu kehren, obwohl ein nicht geringer Teil des Schmutzes deutlich erkennbar nicht von den Gästen des Pleicher Hofes stammte…

Also warum denn jetzt eigentlich? Warum wird der Inhaber des Pleicher Hofs zur Aufgabe gezwungen (jaja ich weis niemand zwingt ihn den Laden zu schließen, aber man muss kein Hellseher sein um zu erkennen das nur Kneipe und Biergarten den Betrieb nicht tragen können)?

Liegt es wirklich nur an der fehlenden Tanzkonzession? Wofür ist die überhaupt wichtig? Kann das jemand erklären? Habe da ein bißchen Probleme was Konkretes zu finden…  Aber eigentlich ist es ja auch egal… so oder so: Die Stadtverwaltung macht hier auf alle Fälle keine gute Figur; entweder braucht sie viel zu lange (immerhin über 5 Jahre) um zu erkennen das ein unkorrekter Sachverhalt vorliegt, der eventuell die Kundschaft und/oder Angestellten der Betriebe gefährden könnte oder es war alles soweit in Ordnung, dass man keine Veranlassung sah einzugreifen und hat dann jetzt “andere Gründe” gefunden.

Im einen Fall müsste sich die Stadt vorwerfen lassen schwerst fahrlässig gehandelt zu haben, im anderen Fall stellt sich die Frage was, bzw. wer denn jetzt dahintersteckt, dass ein Handeln unbedingt nötig ist.

Ein einfaches, “so steht es im Gesetz, Verordnung und sonstwond wir machen das jetzt einfach” will ich hier nicht gelten lassen, bei aller Rechtsmäßigkeit… Dafür werden in dieser Stadt seit Jahren nahezu überall viel zu viele Ausnahmen gemacht, bzw. Augen zugedrückt… Auch ungeschrieben Regeln sind irgendwo Regeln (das könnte vor allem eine DiscoMAFIA ;-) bestätigen), und auch ungeschrieben Regeln sollte man nicht einfach von heute auf morgen ändern nur, weil einem das Spiel so nicht mehr passt… das ist dann doch ein bißchen zu sehr Kindergarten… Und für Kindergartenmethoden steht hier einfach zuviel auf dem Spiel: Die Existenz eines engagierten Clubbetreibers, die Jobs einiger Studenten, die jetzt finanziell in echte Probleme kommen könnten, wodurch auch ihre Ausbildungen gefährdet sein könnten und Hell Yeah ein bißchen Vielfalt für diese Stadt die inzwischen eh schon viel zu arm an Kanten geworden ist…und was man vielleicht auch nicht vergessen sollte… Eventuell gibt’s da ja auch noch ein paar Darlehen die im Falle einer Insolvenz.. naja… Bierbrauer verdienen an dem Laden auch nicht mehr… und Steuereinnahmen gehen der Stadt dann auch noch flöten…

Es muss doch wohl möglich sein den Betrieb des Pleicher Hofs in der bisherigen Form fortzuführen und sich bei den Auflagen irgendwie einig zu werden… Auch in finanzieller Hinsicht muss man sich da, in meinen Augen, den Gegebenheiten ein bißchen anpassen…

Zum Abschluss für heute… Inzwischen haben ja auch schon manche Grablichter vor dem Pleicher Hof aufgestellt… gestern ist mir dort eine junge Dame begegnet die zwei Zettel dazu angebracht hat… es spricht mir aus der Seele… und ich hoffe in ihrem Sinne, auch in meinem und wahrscheinlich auch im Sinne von vielen anderen, dass sich das drohende Ende noch abwenden lässt… und falls nicht, dass es nicht zu lange dauert bis sich  in dieser Stadt eine “echte” Alternative zu diesem Kleinod der Würzburger  Clubkultur entwickeln kann… Am besten bevor die dazugehörige Szene nach Berlin, Hamburg oder Köln auswandert…

Trauer

Trauer und Wahrheit

Und jetzt noch mal zum Standard… Finde das auch dort ein Unding… Kenn da die Hintergründe allerdings nicht ganz so gut, da ich nun mal eher ein Stammgast des Pleicher Hofs war bin, als des Standards… Aber man muss auch sagen dass es sich für das Standard nicht so dramatisch auswirken wird wie für den Pleicher Hof… Das Standard hatte sich ja sowieso eher als gemütlich Kneipe mit gutem Essen etabliert nicht nicht in erster Linie als “Partykeller”. Insofern wird man dort von diesen Verboten nicht so hart getroffen werden… bleibt zumindest zu hoffen…

Schade ist es trotzdem…

Im Laufe diesen Jahres ist es ja doch etwas schwerer geworden ansprechende Alternativen zur Abendgestaltung zu finden… sollte man sich mit Boot, Airport, Studio und Co nicht anfreunden können… aber dieser folgende Samstag hat dann doch mal einiges zu bieten… fast schon zu viel…

Da wäre erstmal die GLOBALE Filmwoche. Vom 12.-18.11. zeigt das Corso in Zusammenarbeit mit ATTAC Würzburg diverse globalisierungskritische Filme… Muss zugeben, dass mir die meisten Filme da jetzt mal wirklich überhaupt gar nix sagen, aber… vor ein paar Wochen bin ich beim Zappen bei ARTE hängengeblieben… und durfte einen sehr unterhaltsamen, aber nicht minder kritischen Film, über eine Aktivistengruppe die sich die YES MEN nennt, verfolgen. Mehr Informationen zum Film gibt’s hier. Und er läuft am Samstag, den 14.11. um 18:00 Uhr im Corso und ist sicherlich auch für Menschen unterhaltsam die mit einer Da-Muss-Man-Doch-Was-Machen-Attitüde nichts anfangen können. Wer diese Attitüde jedoch für sich verinnerlicht hat findet sicher auch die anderen Filme interessant, zu denen ich leider gar nix sagen kann. Programm lässt sich hier herunterladen (pdf).

Tja… dann gibt’s noch das Jahresabschlusskonzert von Komm Küssen im Cairo. Dadajugend Polyform und I Heart Sharks geben sich die Ehre. Wer mehr über die Bands wissen möchte… Hier gibt’s alle benötigten Infos. Einlass um 20:30 Uhr Eintritt 7,-€. Bleibt noch zu sagen, dass mich die Komm Küssen Konzerte eigentlich nie enttäuscht haben, da kann man also auch mal blind hingehen, wenn einem sonst nichts anderes zusagt an diesem Abend…

… Wie zum Beispiel der Dead Or Alive Slam im Mainfrankentheater. Oder… Poetry Slam goes Hochkultur… Oder noch besser… Poetry Slam fordert die Hochkultur zum Kampf auf Leben und Tod… in einem Auswärtsspiel. Moderiert wird das Ganze vom in der Slamszene allseits bekannten und frischgebackenen Zweitplazierten der deutschsprachigen Meisterschaften 2009: Christian Ritter. Aber was erwartet uns hier eigentlich?

4 lebende Poeten gegen 4 tote Poeten, allerdings von lebenden Schauspielern verkörpert… auf der Seite der lebenden treten an Sebastian 23 aus Bochum, Harry Kienzler aus Tübingen, Florian Cieslik aus Köln und der Würzburger Thomas Brandt. Wer die “Toten” sind ist ein noch gut gehütetes Geheimnis, welches sich wohl erst bei der Veranstaltung klären wird. Alle weiteren Infos gibt’s hier und hier. Eintritt beträgt günstige 5,-€ und eingelassen wird ab 19:30 Uhr.

Und für diejenigen denen das immer noch nicht genug war, oder einfach nur alles viel zu früh gibt’s dann noch I am DISCO ROCKER im Pleicher Hof. Ab 23:00 Uhr kann man sich für minimalistische 3€ ElectroRockPopIndieTronicRavePunk um die Ohren und vor allem durch die Beine jagen lassen.

So… das war ja jetzt ne ganze Menge für einen Abend. Würde auch am liebsten das volle Programm ausschöpfen und ärgere mich schon ein bißchen, dass sich das nicht über mehrere Tage oder Wochenenden verteilt… aber was soll man machen…

Perversionen der Wohnungssuche

Oktober 26th, 2009

Das man sich auf der Suche nach einer Wohnung in würzburg auf einiges gefasst machen muss ist ja nichts wirklich neues… Schön war es noch so vor knapp 10 Jahren als man sich ein paar Objekte angesehen hat und dann entschieden hat wo man einziehen will; wenn die Ansprüche nicht all zu hoch waren zumindest… Auf jeden Fall hat man ein Dach über dem Kopf gefunden…

Aber was ich heute hier gefunden habe bringt das Ganze schon auf ein neues Level irgendwie…

Dass in Anzeigen nicht immer die Adresse genannt wird ist ja nichts wirklich besonderes… das man am anderen Ende der Telefonleitung nur eine Bandansage findet auch nicht unbedingt… hilfreich wäre es jedoch gewesen wenn entweder in der Anzeige oder zumindest auf Band die Adresse der Wohnung aufzufinden gewesen wäre… Sanderau Nähe Uni ist nicht unbedingt die präziseste Ortsangabe…

Sollte der wohl ein kleines bißchen zerstreute oder zumindest etwas unkonzentrierte Vermieter nur in der Mainpost inseriert haben, wird das wohl eine für die aktuelle Wohnungslage in Würzburg sehr ungewöhnliche Wohnungsbesichtigung… ziemlich leer…

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