Hab gerade den Liveticker von SPON zur Trauerfeier für die Opfer der Loveparade gelesen; naja stimmt nicht ganz, bin eigentlich nur bis zur Anspreche von Frau Kraft gekommen und musste mich schon wieder furchtbar aufregen… “das Wertesystem überdenken”, “der Mensch muss zur Leitlinie des Handelns werden”, “gemeinsame Verpflichtung”.
Vielleicht meint sie mit diesem Umdenken ja auch das der Stärkere auf den Schwächeren aufpasst… ihn beschützt und aufhilft wenn er selbst dazu nicht in der Lage sein sollte… Wäre ja schön… aber wo soll es denn herkommen… Es wird einem ja jeden Tag vermittelt, dass man sich auch Teufel komm raus durchsetzen muss. Wer sich zuviel um andere sorgt, bleibt meistens auf der Strecke, gesellschaftlich wie meistens auch seelisch; und muss sich dann nicht selten auch noch anhören, man sei ja selber schuld, wenn man nicht genügend auf sich geachtet hat und sich immer nur um andere gekümmert hat. Diese Predigen kommen dann von Freunden, Familie und auch gerne mal vom Sachbearbeiter bei Arbeitsamt oder ARGE.
Man wird doch schon von klein auf darauf getrimmt sich durchzusetzen; ok in meiner Kindheit war, dass noch nicht so schlimm, aber wenn ich überleg welcher Druck jetzt schon teilweise in der Grundschule aufgebaut wird, ist es einfach nur noch besorgniserregend. Bis auf in den “sozialen Randschichten” gibt es kaum noch Familien die sich mehr als ein Kind leisten wollen oder können. Wo kann man denn als Kind besser lernen wie wichtig es ist sich sinnnvoll einer Gemeinschaft unterzuordnen, wie wichtig und notwendig auch Verzicht ist und dass man eben nicht alles haben kann, weil da noch andere sind… Fast nur noch verwöhnte Bälger auf den Straßen unterwegs… zumindest wenn das so weitergeht…
Die Politik ist ja in weiten Teilen auch kein Vorbild, wenn man mal von der gelegentlichen Forderung nach einem Wandel in der Gesellschaft einmal absieht. Die Konsolidierung der Staatshaushalts wird in größten Teilen auf dem Rücken deren ausgetragen die sowieso am wenigsten haben;
Der Großteil der Gesellschaft findet’s nicht so schlimm… Hauptsache mich erwischt es nicht… Was wohl auch der einzige Gedanke in den Köpfen der meisten war, die heute vor einer Woche daran beteiligt waren, dass 21 Menschen den Tod gefunden haben…
Nein, das ist kein Schuldvorwurf und mir ist auch klar das man das auch nicht miteinander Vergleichen kann; oder sollte.
Aber wie will ich von einer Gesellschaft in der man doch bei relativ banalen Sachen wie Geld keine Rücksicht zeigt erwarten, dass man sein Leben riskiert um andere zu retten…
Und meine Gedanken sind jetzt gerade im Moment bei denen die versucht haben andere zu retten, dabei eventuell auch selbst verletzt wurden und leider keinen Erfolg damit hatten…
